Abgabenmonitor

Inflation bzw. Preissteigerung

Mit dem Verbraucherpreisindex wird die durchschnittliche Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen gemessen, die private Haushalte in Deutschland konsumieren. Er wird monatlich gemessen in Veränderung zum Vorjahresmonat. Im Kontext des Abgabenmonitors reicht uns aber eine grobe Auflösung, da wir sowieso vollständige Steuerjahre im Rahmen der Einkommensteuer betrachten müssen - wir schränken uns also hier auf die jährliche Inflationsrate ein.

Zur Berechnung des Verbraucherpreisindex wird ein Warenkorb verwendet, der im Fall des VPI ~700 Güterarten umfasst. Das Statistische Bundesamt definiert im Wägungsschema mit welcher Gewichtung diese Güter in den Gesamt-Index einfließen.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wurde in der EU für internationale Vergleiche entwickelt und ist Grundlage für die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Erfüllung des Ziels der Preisstabilität.

Unter Inflation versteht man die positive Änderungsrate des Preisindex. Fallen die Preise, so spricht man von Deflation.

Aktuelle Inflationsraten

Aktuelle Daten 2026

Offizielle Werte des Statistischen Bundesamts · destatis.de

Inflation (VPI)
2,18 %
Stand 2025
Inflation (HVPI)
2,25 %
Stand 2025

* Werte ohne Gewähr - maßgeblich sind die offiziellen Veröffentlichungen des statistischen Bundesamts.

** Die Werte werden im Nachhinein oft korrigiert - es kann nicht gewährleistet werden, dass diese Korrekturen immer zeitnah nachgezogen werden.

Gesetzliche Grundlagen und EZB-Mandat

Das primäre Ziel der Preisstabilität ist auf europäischer Ebene in Artikel 127 Abs. 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verankert. Dieses Mandat verpflichtet die EZB, die Kaufkraft der Gemeinschaftswährung zu sichern. Als zentraler Maßstab für die Geldpolitik dient dabei der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), dessen Methodik in der EU-Verordnung 2016/792 geregelt sind.

Auf nationaler Ebene ist das Statistische Bundesamt durch das Bundesstatistikgesetz (BStatG) legitimiert, den nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) zu erheben. Während der VPI vor allem für inländische Zwecke wie die Anpassung von Verträgen (Indexierung) genutzt wird, ermöglicht der nach EU-Recht harmonisierte HVPI den direkten Vergleich der Inflation zwischen den Mitgliedstaaten und bildet die Grundlage für die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank.

Historische Entwicklung von Preisindex und Inflation

Inflation VPI & HVPI

Jährliche Inflationsraten für VPI und HVPI (destatis bzw. eurostat)

Zeitraum
Durchschnittlich (VPI)2.01%(1992–2025)
Akkumuliert (VPI)96.93%(1992–2025)
Durchschnittlich (HVPI)2.10%(1992–2025)
Akkumuliert (HVPI)102.92%(1992–2025)
Inflation VPI & HVPI - Jährliche Inflationsraten für VPI und HVPI (destatis bzw. eurostat)
JahrInflation (VPI-Alt) (%)Inflation (VPI) (%)Inflation (HVPI) (%)
19572.01 %Keine DatenKeine Daten
19582.30 %Keine DatenKeine Daten
19590.64 %Keine DatenKeine Daten
19601.60 %Keine DatenKeine Daten
19612.52 %Keine DatenKeine Daten
19622.76 %Keine DatenKeine Daten
19632.99 %Keine DatenKeine Daten
19642.32 %Keine DatenKeine Daten
19653.40 %Keine DatenKeine Daten
19663.56 %Keine DatenKeine Daten
19671.59 %Keine DatenKeine Daten
19681.04 %Keine DatenKeine Daten
19692.06 %Keine DatenKeine Daten
19703.28 %Keine DatenKeine Daten
19715.13 %Keine DatenKeine Daten
19725.35 %Keine DatenKeine Daten
19736.84 %Keine DatenKeine Daten
19746.82 %Keine DatenKeine Daten
19756.00 %Keine DatenKeine Daten
19764.38 %Keine DatenKeine Daten
19773.50 %Keine DatenKeine Daten
19782.53 %Keine DatenKeine Daten
19793.79 %Keine DatenKeine Daten
19805.24 %Keine DatenKeine Daten
19816.33 %Keine DatenKeine Daten
19825.39 %Keine DatenKeine Daten
19833.23 %Keine DatenKeine Daten
19842.35 %Keine DatenKeine Daten
19852.04 %Keine DatenKeine Daten
1986-0.25 %Keine DatenKeine Daten
19870.13 %Keine DatenKeine Daten
19881.13 %Keine DatenKeine Daten
19892.84 %Keine DatenKeine Daten
19902.76 %Keine DatenKeine Daten
19913.74 %Keine DatenKeine Daten
1992Keine Daten5.01 %5.08 %
1993Keine Daten4.46 %4.39 %
1994Keine Daten2.65 %2.81 %
1995Keine Daten1.87 %1.91 %
1996Keine Daten1.41 %1.34 %
1997Keine Daten1.94 %1.59 %
1998Keine Daten0.82 %0.52 %
1999Keine Daten0.68 %0.65 %
2000Keine Daten1.34 %1.41 %
2001Keine Daten1.99 %1.90 %
2002Keine Daten1.43 %1.37 %
2003Keine Daten1.02 %1.10 %
2004Keine Daten1.65 %1.70 %
2005Keine Daten1.62 %2.03 %
2006Keine Daten1.60 %1.75 %
2007Keine Daten2.29 %2.30 %
2008Keine Daten2.60 %2.70 %
2009Keine Daten0.35 %0.22 %
2010Keine Daten1.03 %1.20 %
2011Keine Daten2.16 %2.48 %
2012Keine Daten1.89 %2.11 %
2013Keine Daten1.53 %1.65 %
2014Keine Daten0.97 %0.71 %
2015Keine Daten0.53 %0.70 %
2016Keine Daten0.53 %0.40 %
2017Keine Daten1.47 %1.69 %
2018Keine Daten1.76 %1.86 %
2019Keine Daten1.43 %1.44 %
2020Keine Daten0.50 %0.28 %
2021Keine Daten3.10 %3.21 %
2022Keine Daten6.89 %8.70 %
2023Keine Daten5.90 %6.07 %
2024Keine Daten2.23 %2.46 %
2025Keine Daten2.18 %2.25 %

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist eine Größe, mit der gemessen wird wie stark die Preise eines bestimmten Warenkorbs im Verlauf eines Jahres steigen.

Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) ab 1991 - Datentabelle
JahrPreisindex (HVPI)*Vergleich Vorjahr
199165.0-
199268.3+5,08 %
199371.3+4,39 %
199473.3+2,81 %
199574.7+1,91 %
199675.7+1,34 %
199776.9+1,59 %
199877.3+0,52 %
199977.8+0,65 %
200078.9+1,41 %
200180.4+1,90 %
200281.5+1,37 %
200382.4+1,10 %
200483.8+1,70 %
200585.5+2,03 %
200687.0+1,75 %
200789.0+2,30 %
200891.4+2,70 %
200991.6+0,22 %
201092.7+1,20 %
201195.0+2,48 %
201297.0+2,11 %
201398.6+1,65 %
201499.3+0,71 %
2015100.0+0,70 %
2016100.4+0,40 %
2017102.1+1,69 %
2018104.0+1,86 %
2019105.5+1,44 %
2020105.8+0,28 %
2021109.2+3,21 %
2022118.7+8,70 %
2023125.9+6,07 %
2024129.0+2,46 %
2025131.9+2,25 %

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wird von Eurostat herausgegeben. In Deutschland ist aber meist die Verwendung des Verbraucherpreisindex (VPI) üblich, der vom Statistischen Bundesamt (destatis) herausgegeben wird.

* DM-Werte sind in Euro-Werte umgerechnet worden.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist eine Größe, mit der gemessen wird wie stark die Preise eines bestimmten Warenkorbs im Verlauf eines Jahres steigen.

Verbraucherpreisindex (VPI) ab 1991 - Datentabelle
JahrPreisindex (VPI)*Vergleich Vorjahr
199161.9-
199265.0+5,01 %
199367.9+4,46 %
199469.7+2,65 %
199571.0+1,87 %
199672.0+1,41 %
199773.4+1,94 %
199874.0+0,82 %
199974.5+0,68 %
200075.5+1,34 %
200177.0+1,99 %
200278.1+1,43 %
200378.9+1,02 %
200480.2+1,65 %
200581.5+1,62 %
200682.8+1,60 %
200784.7+2,29 %
200886.9+2,60 %
200987.2+0,35 %
201088.1+1,03 %
201190.0+2,16 %
201291.7+1,89 %
201393.1+1,53 %
201494.0+0,97 %
201594.5+0,53 %
201695.0+0,53 %
201796.4+1,47 %
201898.1+1,76 %
201999.5+1,43 %
2020100.0+0,50 %
2021103.1+3,10 %
2022110.2+6,89 %
2023116.7+5,90 %
2024119.3+2,23 %
2025121.9+2,18 %

Der Verbraucherpreisindex wird vom Statistischen Bundesamt (destatis) herausgegeben. Ein alternativer Verbraucherpreisindex ist der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) von Eurostat.

* DM-Werte sind in Euro-Werte umgerechnet worden.

Der heute gebräuchliche Verbraucherpreisindex (VPI) reicht nur bis 1991 zurück. Für historische Daten muss auf den Preisindex für Lebenshaltung ("4 Personen-Haushalt, mittleres Einkommen") als Fallback zurückgegriffen werden.

Preisindex für Lebenshaltung (VPI-Äquivalent vor 1991) - Datentabelle
JahrPreisindex*Vergleich Vorjahr
195629.8-
195730.4+2,01 %
195831.1+2,30 %
195931.3+0,64 %
196031.8+1,60 %
196132.6+2,52 %
196233.5+2,76 %
196334.5+2,99 %
196435.3+2,32 %
196536.5+3,40 %
196637.8+3,56 %
196738.4+1,59 %
196838.8+1,04 %
196939.6+2,06 %
197040.9+3,28 %
197143.0+5,13 %
197245.3+5,35 %
197348.4+6,84 %
197451.7+6,82 %
197554.8+6,00 %
197657.2+4,38 %
197759.2+3,50 %
197860.7+2,53 %
197963.0+3,79 %
198066.3+5,24 %
198170.5+6,33 %
198274.3+5,39 %
198376.7+3,23 %
198478.5+2,35 %
198580.1+2,04 %
198679.9-0,25 %
198780.0+0,13 %
198880.9+1,13 %
198983.2+2,84 %
199085.5+2,76 %
199188.7+3,74 %

* DM-Werte sind in Euro-Werte umgerechnet worden.

Bedeutung für die langfristige Projektion im Abgabenmonitor

Für die Planung von Altersvosorge ist unerlässlich Preissteigerungen zu berücksichtigen. Für die Steuerengine des Abgabenmonitor ist die Inflation eine zentrale Annahme, denn es ist möglich damit für andere Parameter implizit Annahmen zu treffen.

Beispielsweise die Entwicklung der Tarifeckdaten für die Einkommensteuer können mittels der statistischen Größe der kalten Progression gesteuert werden, die wiederum z.B. an die Inflation gekoppelt werden kann.
Mehr Infos dazu hier: Kalte-Progresion

Um Vorgaben für die Inflation zu treffen, bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • EZB-Mandat: Die EZB setzt "nahe aber unter 2%" als Ziel für Preisstabilität. Deswegen ist dies eine kanonische Annahme für Hochrechnungen.
  • Individueller Satz: Die starke Inflation nach 2020 und die Geldpolitik/Staatsverschuldung hat Anlass zur Sorge für viele gegeben. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann ein fester Prozentsatz für die Inflation vorgegeben werden.
  • Jahres-genaue Steuerung: Wer sehr konkrete Modelle nachrechnen will, oder zum Test von Inflations-Szenarien bietet die Steuerengine des Abgabenmonitor bei Bedarf volle Freiheit: Es ist möglich für jedes Jahr der Hochrechnung eine konkrete Inflationsrate vorzugeben.

Offizielle Quellen & weiterführende Informationen