Mathematik hinter der Rentenniveau-Garantie
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Medial wird immer über das Rentenniveau gesprochen als der wichtigste Messgröße für die Höhe der Rente. Auch die Steuerengine des Abgabenmonitor kann mit einer vorgegebenen Rentenniveau-Kurve als Simulations-Annahme rechnen.
Doch wie leitet man aus einer Vorgabe des Rentenniveaus den aktuellen Rentenwert ab, also die Monats-Rentenhöhe pro Entgeltpunkt in der deutschen Rentenversicherung?
Definition des Netto-Rentenniveau vor Steuern
Das sogenannte Sicherungsniveau vor Steuern wird vom Gesetzgeber durch $ 154a SGB VI definiert als Quotient der verfügbaren Standardrente und des verfügbaren Durchschnittentgelts:
Hierbei ist die verfügbare Standardrente im Jahr gegeben durch:
wobei der aktuelle Rentenwert ist, der ab Juli des Jahres gilt und die Summe der durch den Rentner zu tragenden Beitragssätze ist. Hierbei ist zu beachten, dass es für die Krankenversicherung den Zuschuss der KVdR gibt, aber der Pflegebeitrag voll vom Rentner getragen wird (sowohl "Arbeitnehmer"- als auch "Arbeitgeber"-Anteile)
Das verfügbare Durchschnittsentgelt wird rekursiv aus dem Vorjahr berechnet wie folgt:
wobei die durch den Arbeitnehmer zu tragenden SV-Beitragssätze sind. und eine bereinigte Version des durchschnittlichen Bruttoentgelts des Jahres ist.
Beispiel: Herleitung Rentenerhöhung 2026
Im Rahmen des Rentenpaket Dez. 2025 hat die Bundesregierung das Rentenniveau in Höhe von 48% gemäß § 255e SGB VI garantiert, was eine Herleitung des Rentenwerts durch die Vorgabe des Sicherungsniveau vor Steuer erfordert, wie im Folgenden ausgeführt:
Herleitung der Nettoquoten
Der Standard-Sozialversicherungs-Beitragssatz für Rentner ohne Zuschüsse beträgt in 2026 12,35% und setzt sich zusammen wie folgt:
- Krankenversicherung (KVdR mit BMG-Zusatzbeitrag 2,9%): 7,3% + 1,45%
- Standard-Pflegeversicherung (Rentner tragen AN- und AG-Anteil): 3,6%
Der Abzugsfaktor für Sozialversicherungen beträgt demnach:
Für Arbeitnehmer betrug der Standard-Sozialversicherungs-Beitragssatz ohne Arbeitgeber-Anteile in 20,95%, der sich aufschlüsselt in:
- Krankenversicherung (KVdR mit BMG-Zusatzbeitrag 2,5%): 7,3% + 1,25%
- Standard-Pflegeversicherung: 1.8%
- Arbeitslosenversicherung: 1,3%
- Rentenversicherung: 9,3%
In 2026 erhöht sich dieser auf 21,15%, was der Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bemäß BMG auf 2,9% geschuldet ist:
- Krankenversicherung (KVdR mit BMG-Zusatzbeitrag 2,9%): 7,3% + 1,45%
- Standard-Pflegeversicherung: 1.8%
- Arbeitslosenversicherung: 1,3%
- Rentenversicherung: 9,3%
Die Nettoquoten-Veränderung für das Durchschnittsentgelt berechnet sich also wie folgt:
Statistische Größen & Rentenwert 2026
Der Faktor für die Lohnentwicklung bestimmt sich aus der Lohnentwicklung nach der Systematik der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Lohnentwicklung der beitragspflichtigen Löhne mit einem Gewichtungsfaktor. Auf die Herleitung wird hier nicht genauer eingegangen; für 2026 betrug er .
Für die rekursive Berechnung wird das verfügbare Durchschnittsentgelt des Vorjahres benötigt, es belief sich 2025 auf 40.312,19€.
Löst man nun die Rentenniveau-Gleichung auf nach Rentenwert und setzt die berechneten Werte ein, so ergibt sich:
wobei
Damit ergibt sich ein Rentenwert von:
wobei der Rentenwert hier auf den nächsten vollen Cent aufzurunden ist.
Dies stimmt mit der Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 - RWBestV 2026 überein.
Bedeutung für den Abgabenmonitor
Die Steuerengine des Abgabenmonitor erlaubt eine Vorgabe der Rentenhöhe (Rentenwert) entweder über eine Kopplung an die Inflation (Inflation + Offset) oder durch die Vorgabe eines Rentenniveaus. In letzterem Fall wird analog wie oben in der Herleitung für 2026 die jährliche Rentenwert-Anpassung dynamisch aus den Annahmen für Sozialversicherungsbeiträge und durchschnittlicher Lohnentwicklung berechnet.
Für historische Entwicklungen sowie Prognosen von z.B. dem Bundesministerium für Soziales & Arbeit siehe auch Entwicklung Rentenniveau.